Ich bereite täglich gebrauchte Hardware auf. Eine der häufigsten Überraschungen: Festplatten, auf denen noch vollständige Unternehmensdaten stecken — Kundenlisten, Buchhaltung, persönliche Dokumente. Der Vorbesitzer dachte, ein einfaches Formatieren hätte gereicht. Hat es nicht.
Warum einfaches Formatieren nicht ausreicht
Ein Schnellformat löscht nur die Verzeichnisstruktur — die eigentlichen Daten bleiben auf den Sektoren erhalten und sind mit frei erhältlichen Tools in Minuten wiederherstellbar. Selbst ein vollständiges Format (alle Sektoren mit Nullen überschreiben) ist bei modernen SSDs unter Umständen nicht vollständig wirksam, weil SSD-Controller eigene Wear-Leveling-Bereiche verwalten.
Die richtigen Methoden
HDD (mechanische Festplatte): Mehrfaches Überschreiben mit einem seriösen Tool (DBAN, Eraser, ShredOS). Der DoD-Standard (7-faches Überschreiben) gilt als sicher. Für die meisten Anwendungsfälle reicht einmaliges Überschreiben mit Zufallsdaten.
SSD: Nutzen Sie die „Secure Erase"-Funktion des Herstellers (verfügbar über Samsung Magician, Crucial Storage Executive, oder hdparm unter Linux). Diese Funktion signalisiert dem Controller, alle Zellen wirklich zu löschen — inklusive der Wear-Leveling-Reserven.
Physische Vernichtung: Bei Festplatten mit hochsensiblen Daten (Arztpraxis, Anwaltskanzlei, Behörden): physische Vernichtung durch einen zertifizierten Dienstleister. Keine andere Methode gibt dieselbe Gewissheit.
Was das für Käufer bedeutet
Kaufen Sie gebrauchte Hardware von einem Händler, der Ihnen nachweislich belegen kann, dass alle Datenträger zertifiziert gelöscht wurden. Bei LEO-TEC ist das Standard — jede Festplatte wird vor dem Wiederverkauf mit nachvollziehbarem Verfahren gelöscht.